Jena muss ein Licht aufgehen – Planungssicherheit für Qualität

 

Die Trägerlandschaft in der Jenaer Jugendarbeit ist die mit der Fortschreibung des Jugendförderplans einhergehenden Neuorientierung alle zwei Jahre gewohnt. Für  inhaltliche Apassungen an spontan aufkommenden Bedarfe ist dies eine sinnvolle Struktur. Grundvorraussetzung für diese Anpassung und inhaltliche Arbeit ist jedoch finanzielle Planungssicherheit. Nur mit dieser können illiquide gemeinnützige Vereinsstrukturen langfristig sich selbst sowie Personal (er)halten und notwendige Investitionen in Fortbildung und Qualitätsentwicklung leisten.  Eine Planungs-UN-sicherheit führt unweigerlich und logischerweise zu prekären Beschäftigungsverhältnissen, in denen lanfristige Motivationen und Entwicklungsaussichten für das in der Jugendarbeit beschäftigte Personal fehlen.

Die ständige Infragestellung des Status Quo und radikale Einkürzungsversuche lähmen die inhaltliche Weiterentwicklung der Angebote und führen zur Abwanderung von eingearbeitetem und hochqualifiziertem Fachpersonal in andere sicherere Beschäftigungsverhältnisse/ Kommunen/Arbeitsfelder. Gemeinnützige Trägervereine sind jedoch auf eine langfristige Perspektive und Planungssicherheit angewiesen, da mit der Abwanderung von Personal auch immer der Verlust von Erfahrung, Wissen, Fähigkeiten und allein langfristige Beziehungsarbeit in den Sozialräumen einhergeht. Die daraus resultiernde Mehrarbeit verstärkt den lähmenden Effekt und bindet Arbeitskraft, die eigentlich für die weitere Qualitätsentwicklung zwingend notwendig ist.

Solche Brüche sind nur sehr schwierig oder überhaupt nicht aufzuarbeiten, mindern die Qualität sozialer Jugendarbeit immens, schädigen das Image von Jena und ihre Sozialräume. Das kann nicht das Ansinnen der zukunftsorientierten Lichtstadt Jena sein, gerade wenn Kinder und Jugendliche unter den gefährlichen Bildungsabbrüchen befördernden Corona-Herausforderungen leiden. Die Corona-Bewältigung ist eine gemeinsame kommunale Aufgabe, für die auch eine gemeinsame Kommunikation unabdinglich ist, damit auch politische Teilhabe weiterhin ernstgenommen und funktionieren wird.

Zur Zeiten der Corona-Pandemie belasten ferner Arbeitsschutzmaßnahmen wie das Anschaffen von FFP2-Masken, Antigen-Schnelltests sowie sonstige Hygienemaßnahme die trägerspezifischen Budgets und schmälern die Qualität für sozialpädgogische Bildungsprozesse.

Ohne das engagierte Ehrenamt in den Vereinen wären diese Herausforderungen für die unterfinanzierten Strukturen der Jugendarbeit nicht zu stemmen. Wenn sich  jedoch Trägervereine nicht auf die finanzielle Absicherung ihrer dezent ausgestatteten hauptamtlichen Stellen verlassen können, wird eine rein ehrenamtliche Struktur überstrapaziert.

Aus all diesen Punkten folgt die Mindestforderung für eine sichere, tarifgerechte Entlohnung – auch wenn damit noch nie essentielle geschäftsführerische Aufgaben und Verantwortungen abgedeckt werden konnten, sondern nur die reine sozialpädagogische Arbeitsleistung. Um das Fachkräftegebot in einer professionalisierten kommunalen Pflichtaufgabe wie der Jugendarbeit einzuhalten und langjährige Expertise in der Region zu sichern, bedarf es mindestens (analog zur Landesrichtlinie Schulsozialarbeit) automatisierte und selbstverständliche Tarifanpassungen für fortlaufende Haushaltsjahre.

Deswegen ist Kontinuität auch auf Träger- und Verbandsebenen essentiel, da oft Haupt- und Ehrenämter miteinander einhergehen, ohne die erfolgreiche und nachhaltige Entwicklungsprozesse FÜR JENA nicht gelingen können!